Bonus-Zertifikate

Bonus-Zertifikate bieten die Chance auf die Zahlung eines Bonusbetrags, sofern während der Laufzeit die produktspezifische Barriere nicht berührt bzw. unterschritten wird. Somit richten sich Bonus-Zertifikate an Anleger, die davon ausgehen, dass der Basiswert steigt bzw. die untere Barriere nicht erreicht wird. Bei Reverse Bonus-Zertifikaten hingegen erhalten Anleger den Bonusbetrag, wenn die Barriere nicht berührt oder überschritten wird. Somit gehen Anleger davon aus, dass der Basiswert sinkt bzw. zumindest nicht die obere Barriere erreicht.

Detailwissen

Funktion des Produktes

Ein Bonus-Zertifikat ist je nach Laufzeit und in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Merkmalen des Basiswertes mit einer spezifischen Barriere und einem Bonus-Betrag ausgestattet. Anleger haben mindestens die Chance auf Auszahlung eines festen Bonus-Betrages, wenn der Basiswert während der Laufzeit die festgelegte Barriere nicht berührt. Das bedeutet, dass Anleger am Ende der Laufzeit auch dann mindestens den Bonus-Betrag ausbezahlt bekommen können, wenn der Basiswert während der Laufzeit des Zertifikates eine leicht negative Wertentwicklung  aufweist. Wird diese Barriere jedoch einmal berührt oder unterschritten, tragen Anleger mit dem Bonus-Zertifikat sämtliche Risiken, die mit einer Direktinvestition in den zugrunde liegenden Basiswert vergleichbar sind.

Wenn am Laufzeitende der Basiswert zwischen einer Barriere und einem festgelegten Bonuslevel notiert und der Basiswert zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit die Barriere berührt oder unterschritten hat, wird mindestens der Bonusbetrag gezahlt. Mit Bonus-Zertifikaten können Anleger an unterschiedlichen Marktbewegungen partizipieren. Bonus-Zertifikate ermöglichen generell eine eins-zu-eins-Partizipation am zugrunde liegenden Basiswert.

Auszahlungsprofil

Bonus-Zertifikate bieten bei Fälligkeit in Abhängigkeit von der Wertentwicklung des Basiswertes während der Laufzeit des Zertifikates folgende Auszahlungsprofile:

- Wurde der Basiswert während der Laufzeit immer über der Barriere gehandelt, erfolgt die Auszahlung des Bonus-Zertifikates entweder zum Bonus-Betrag oder zum Wert des Basiswertes zum Laufzeitende, sofern dieser höher ist.

- Hat der Basiswert zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Laufzeit jemals die Barriere berührt oder unterschritten, erfolgt die Auszahlung des Bonus-Zertifikates zum Wert des Basiswertes zum Laufzeitende. Dabei kann der Wert des Basiswertes auch erheblich unter dem bei Erwerb des Zertifikates gezahlten Preis liegen oder Anleger könnten sogar einen Totalverlust erleiden.

Für die Möglichkeit auf Zahlung des Bonusbetrages geben Anleger Ansprüche aus dem Basiswert (z. B. Stimmrechte, Dividenden) auf. Während der Laufzeit erhalten Anleger keine laufenden Erträge wie z. B. Zinsen. Die einzige Ertragschance besteht in einer Steigerung des Preises für das Zertifikat. Mögliche Verluste (Preiseinbußen) können nicht durch andere Erträge kompensiert werden.

Auszahlungs-Graph

Bonus-Zertifikat:

 

Bonus-Zertifikat mit Cap:

Übliche Basiswerte und Laufzeit

Übliche Basiswerte:
  • Indizes
  • Einzelaktien
  • Baskets
  • Rohstoffe
Übliche Laufzeiten:
  • Begrenzte Laufzeit. In der Regel 1-6 Jahre.

Produktvarianten

Bonus-Zertifikat mit Cap

  • Funktioniert wie ein normales Bonus-Zertifikat. Der Unterschied zu Letzterem liegt in der Begrenzung der Auszahlung auf einen Höchstbetrag. Diese Begrenzung (Cap) auf den Höchstbetrag gilt auch dann, wenn der Basiswert den Bonuslevel überschritten hat.

 

Reverse Bonus-Zertifikate

  • Mit Reverse Bonus-Zertifikaten können Anleger in umgekehrter Richtung an der Wertentwicklung des Basiswertes teilnehmen, d.h. Anleger partizipieren hierbei an fallenden Kursen des Basiswertes. Das Zertifikat weist eine obere Barriere auf. Wenn der Basiswert diese obere Barriere während der Laufzeit nicht erreicht oder überschreitet, erhalten Anleger mindestens den Bonusbetrag. Wird diese Barriere jedoch berührt oder überschritten, partizipieren Anleger in umgekehrter Richtung an der Kursentwicklung des Basiswerts. Diese Reverse-Produkte gibt es mit begrenzten Gewinnchancen (Cap) und ohne Cap.

 

Korridor Bonus-Zertifikate

  • Bei Korridor Bonus-Zertifikaten besteht die Besonderheit, dass diese eine obere und eine untere Barriere aufweisen. Falls der Basiswert während der Laufzeit weder die obere noch die untere Barriere berührt oder durchbricht, erhalten Anleger den Bonusbetrag. Sofern zuerst die untere Barriere berührt oder durchbrochen wird, partizipieren Anleger in dem Zertifikat bis zu einem Höchstbetrag eins zu eins an der Wertentwicklung des Basiswerts. Wird hingegen zuerst die obere Barriere berührt oder durchbrochen, so partizipieren Anleger in dem Zertifikat bis zu einem Höchstbetrag eins zu eins in umgekehrter Richtung an der Wertentwicklung des Basiswerts (vergleichbar mit Reverse Bonus-Zertifikaten).

 

Multi-Bonus-Zertifikate

  • Multi-Bonus Zertifikate beziehen sich auf einen Korb von Basiswerten. Jeder Basiswert hat eine individuelle Barriere. Sofern eine dieser Barrieren während der Laufzeit berührt oder unterschritten wird, partizipieren Anleger an der Wertentwicklung desjenigen Basiswerts mit der schlechtesten Wertentwicklung während der Laufzeit. In jedem Fall ist die Auszahlung auf einen Höchstbetrag begrenzt.

Chancen und Risiken

Chancen
Attraktiver Bonusbetrag, wenn der Basiswert zwischen der Barriere und dem festgelegten Bonuslevel notiert und dieser zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit die festgelegte untere Barriere berührt oder unterschritten hat. Unbegrenzte Partizipation an allen Kurssteigerungen des Basiswerts über den Bonuslevel hinaus.

Risiken
Risiken zum Laufzeitende
Liegt der Schlussreferenzpreis unter dem Basispreis, erhalten Anleger den Basiswert entsprechend dem Bezugsverhältnis geliefert. Dessen Marktwert zuzüglich Zinszahlung kann unter dem Kaufpreis der Aktienanleihe liegen. In diesem Fall erleiden Anleger einen Verlust. Dabei müssen Anleger beachten, dass auch nach dem Bewertungstag bis zur Übertragung des Basiswerts noch Kursverluste entstehen können. Ungünstigster Fall: Totalverlust des eingesetzten Kapitals, wenn am Bewertungstag der Schlussreferenzpreis Null beträgt.

Marktrisiken während der Laufzeit
Der Wert der Aktienanleihe kann während der Laufzeit insbesondere durch die unter Ziffer 4 genannten marktpreisbestimmenden Faktoren nachteilig beeinflusst werden und auch deutlich unter dem Kaufpreis liegen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken
Wegen des Einflusses des Basiswerts auf den Anspruch aus der Aktienanleihe sind Anleger, wie bei einer Direktanlage in den Basiswert, sowohl während der Laufzeit als auch zum Laufzeitende Risiken ausgesetzt, die auch mit einer Anlage in die jeweilige Aktie allgemein verbunden sind.

Währungsrisiken

Ein Wechselkursrisiko besteht für Anleger, wenn die Abwicklungswährung nicht die Heimatwährung des Anlegers ist.

Broschüre

Glossar
Aktienanleihen sind Finanzinstrumente, die speziell für solche Investoren entwickelt wurden, welche den Ertrag ihrer Investition erhöhen möchten, indem sie zu einem Teil Aktienkursrisiken in ihre Portfolios aufnehmen. Grundsätzlich gibt es 2 Aspekte, die man bei Aktienanleihen beachten sollte: Den Kupon der Aktienanleihe und die Rückzahlungsmöglichkeit in Aktien. Anleger erhalten am Laufzeitende entweder den Nennwert ausbezahlt oder eine im voraus bestimmte Anzahl an Aktien geliefert, abhängig vom dann gültigen Kurs der Aktie. Der Emittent hat das Recht, die Art der Rückzahlung zu bestimmen.