Aktienanleihen

Aktienanleihen richten sich an Anleger, die steigende oder seitwärts tendierende Kurse eines Basiswertes erwarten und zusätzlich einen festen Kupon verdienen möchten. Je nach Risikoprofil können Anleger den Basispreis bzw. die Barriere weiter (risikoavers) oder näher (risikoaffin) an dem aktuellen Kurs des Basiswertes wählen. Dementsprechend verändert sich die mögliche Rendite der Aktienanleihe.

Detailwissen

Funktion des Produktes

 Eine Aktienanleihe ist an die Wertentwicklung eines Basiswerts, beispielsweise einer Aktie oder eines Index, gekoppelt und besitzt eine feste Laufzeit.

Zur Funktionsweise:

Zum einen zahlt die Aktienanleihe zum jeweiligen Zinstermin einen festen Zins (dieser ist grundsätzlich höher als bei einer klassischen Anleihe). Zum anderen hängt der Rückzahlungsmechanismus zum Laufzeitende vom Kurs des Basiswerts ab.

Aktienanleihen haben eine Besonderheit: Ihr Geld- und Briefkurs wird nicht in Euro angegeben, sondern in Prozent. Ein Anleger kann Aktienanleihen immer nur zu einem bestimmten Nennbetrag oder einem Vielfachen dessen kaufen.

Der Preis der Aktienanleihe berechnet sich, indem der Nennwert mit dem in Prozent angegebenen Preis der Aktienanleihe multipliziert wird. Hinzu kommen die Stückzinsen.

Stückzinsen: Das ist der Anteil des am Laufzeitende fälligen Zinses, der zwischen Laufzeitbeginn und dem Aktienanleihenkauf erwirtschaftet wurde. Die Stückzinsen werden täglich berechnet.

Auszahlungsprofil

Eine Aktienanleihe ist an die Wertentwicklung eines Basiswertes gekoppelt. Die Funktionsweise der Aktienanleihe ergibt sich aus zwei wesentlichen Merkmalen:

1. Feste Zinszahlung p.a.

Die Anleihe zahlt unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes zum Zinstermin einen festen Zins.

2. Rückzahlung zum Laufzeitende

a) Am Fälligkeitstag erhalten Anleger den Nennbetrag, sofern der Schlussreferenzpreis den Basispreis berührt oder überschreitet.
b) Sofern der Schlussreferenzpreis den Basispreis unterschreitet, erhalten Anleger die durch das Bezugsverhältnis festgelegte Anzahl Aktien des Basiswertes geliefert. Bruchteile werden nicht geliefert, sondern ein entsprechender Geldbetrag je Aktienanleihe in EUR gezahlt. Bei einem Cash-Settlement kann auch der Positionswert bar zurückgezahlt werden.

Auszahlungs-Graph

Übliche Basiswerte und Laufzeit

Übliche Basiswerte:
  • Indizes
  • Einzelaktien
  • Rohstoffe
Übliche Laufzeiten:
  • Begrenzte Laufzeit. In der Regel 1 bis 3 Jahre.

Produktvarianten

Aktienanleihen Plus

  • Die Aktienanleihe Plus unterscheidet sich von der gewöhnlichen Aktienanleihe in einem wichtigen Punkt: Die Aktienanleihe Plus ist zusätzlich mit einer Barriere unterhalb des Basispreises ausgestattet, die ebenso wie der Basispreis unveränderlich ist.
  • Wird die Barriere während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten, erhalten Anleger bei Fälligkeit den Nennbetrag zurück.
  • Wird die Barriere berührt oder unterschritten, wandelt sich die Aktienanleihe Plus in eine klassische Aktienanleihe. Entsprechend wird nur dann zum Nennbetrag getilgt, wenn der Basiswert am Laufzeitende oberhalb des Basispreises notiert.
  • Hat aber hingegen der Basiswert am Laufzeitende den Basispreis unterschritten, erfolgt die Rückzahlung bei Fälligkeit in Form der Lieferung einer bestimmten Anzahl von Aktien oder eines entsprechenden Barauszahlungsbetrages.
  • Die Zinszahlung ist von dem Basiswertstand am Ende der Laufzeit unabhängig.
Easy Aktienanleihen

  • Im Vergleich zur Aktienanleihe Plus wird bei der Easy Aktienanleihe die Barriere nur am Bewertungstag beobachtet. Die Zinszahlung ist von dem Basiswertstand am Ende der Laufzeit unabhängig.

Durch die Barriere steigt isoliert betrachtet die Wahrscheinlichkeit der Tilgung zum Nennbetrag. Entsprechend werden bei sonst identischen Ausstattungsmerkmalen Aktienanleihen mit Barriere im Vergleich zu klassischen Aktienanleihen höher notieren und somit niedrigere Renditechancen eröffnen.

Chancen und Risiken

Chancen
Aktienanleihen bieten Anlegern oft höhere Zinssätze als klassische Anleihen. Die Chance auf eine vergleichsweise höhere Rendite ist auf den speziellen Rückzahlungsmechanismus zurückzuführen. Bei Fälligkeit zahlt der Emittent der Aktienanleihe, die Deutsche Bank AG – abhängig vom Kurs des Basiswertes – Anlegern entweder den Nennbetrag oder liefert eine bestimmte Anzahl von Aktien des zugrunde liegenden Basiswertes. Dessen Gegenwert wird geringer als der Nennbetrag sein. In gewissen Fällen, etwa bei an ausländischen Börsen notierten Aktien als Basiswert, kann anstelle einer Aktienlieferung auch eine Zahlung in Höhe des am Laufzeitende entsprechenden Wertes der Aktien möglich sein.

Risiken
Für die überdurchschnittliche Zinszahlung gehen Anleger das Risiko eines möglichen Kapitalverlustes ein. Darüber hinaus stehen den Anlegern keine Ansprüche aus dem Basiswert (z.B. Stimmrechte, Dividenden) zu.

Risiken zum Laufzeitende

Liegt der Schlussreferenzpreis unter dem Basispreis, erhalten Anleger den Basiswert entsprechend dem Bezugsverhältnis geliefert. Dessen Marktwert zuzüglich Zinszahlung kann unter dem Kaufpreis der Aktienanleihe liegen. In diesem Fall erleiden Anleger einen Verlust. Dabei müssen Anleger beachten, dass auch nach dem Bewertungstag bis zur Übertragung des Basiswerts noch Kursverluste entstehen können. Ungünstigster Fall: Totalverlust des eingesetzten Kapitals, wenn am Bewertungstag der Schlussreferenzpreis Null beträgt.

Marktrisiken während der Laufzeit

Der Wert der Aktienanleihe kann während der Laufzeit insbesondere durch marktpreisbestimmenden Faktoren nachteilig beeinflusst werden und auch deutlich unter dem Kaufpreis liegen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken

Wegen des Einflusses des Basiswerts auf den Anspruch aus der Aktienanleihe sind Anleger, wie bei einer Direktanlage in den Basiswert, sowohl während der Laufzeit als auch zum Laufzeitende Risiken ausgesetzt, die auch mit einer Anlage in die jeweilige Aktie allgemein verbunden sind.

Währungsrisiken

Ein Wechselkursrisiko besteht für Anleger, wenn die Abwicklungswährung nicht die Heimatwährung des Anlegers ist.

Erklärvideo: Aktienanleihen

Broschüre

Glossar
Aktienanleihen sind Finanzinstrumente, die speziell für solche Investoren entwickelt wurden, welche den Ertrag ihrer Investition erhöhen möchten, indem sie zu einem Teil Aktienkursrisiken in ihre Portfolios aufnehmen. Grundsätzlich gibt es 2 Aspekte, die man bei Aktienanleihen beachten sollte: Den Kupon der Aktienanleihe und die Rückzahlungsmöglichkeit in Aktien. Anleger erhalten am Laufzeitende entweder den Nennwert ausbezahlt oder eine im voraus bestimmte Anzahl an Aktien geliefert, abhängig vom dann gültigen Kurs der Aktie. Der Emittent hat das Recht, die Art der Rückzahlung zu bestimmen.