13.11.2019 09:00

DAX: Jahresendrallye noch längst nicht in trockenen Tüchern

In der am 7. November veröffentlichten Herbstprognose 2019 der EU-Kommission heißt es, dass Europa schwierigen Zeiten entgegen gehen würde. Die Konjunktur kühlt sich weiter ab. Für die Eurozone rechnet die EU-Kommission in diesem Jahr nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,1 Prozent. 2020 soll die Wirtschaft im gemeinsamen europäischen Währungsraum um 1,2 Prozent zulegen. Bis vor kurzem lagen die prognostizierten Zuwächse für 2019 und 2020 bei 1,2 bzw. 1,4 Prozent. Für die gesamte EU wurden die entsprechenden Prognosen für 2019 und 2020 von jeweils 1,4 auf 1,6 Prozent gesenkt. Trotz dieser Konjunkturabkühlung konnte der DAX zuletzt die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten zurückerobern und sich in die Nähe seines Allzeithochs bei 13.596 Punkten zurückkämpfen.
 
Zu der positiven Kursentwicklung hat unter anderem die gute Stimmung an den US-Aktienmärkten beigetragen. Wichtige Indizes wie der S&P 500, Dow Jones Industrial Average und NASDAQ Composite kletterten auf neue Höchststände und verliehen auf diese Weise auch dem DAX Schwung. Die US-Börsen profitieren derzeit von einer anhaltend guten Konjunktur. Außerdem kamen viele der jüngsten Quartalsberichte am Markt gut an, während die US-Notenbank Fed die Leitzinsen Ende Oktober bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gesenkt hat. Darüber hinaus profitieren die Börsen weltweit von der Aussicht auf eine Teileinigung im Handelsstreit zwischen China und den USA.
 
Zusätzlich kommt DAX & Co die anhaltend lockere Geldpolitik der EZB zugute. Kurz vor seinem Abgang verkündete der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi eine weitere Lockerungsrunde. Neben der Neuauflage der Anleihenkäufe wurde der Einlagenzinssatz weiter in den negativen Bereich getrieben. Auch unter der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde dürfte die lockere Geldpolitik zur Freude der Börsianer hierzulande eine Fortsetzung finden. Allerdings gilt es einige Entwicklungen, die eine Jahresendrallye und eine Rekordjagd im DAX verhindern könnten, zu bedenken.
 
Am 12. Dezember finden in Großbritannien Parlamentswahlen statt. Es ist alles andere als garantiert, dass diese Wahlen ein Ergebnis hervorbringen werden, das letztlich zu einem geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU führt. Ein so genannter No-Deal-Brexit liegt immer noch im Bereich des Möglichen. Gleichzeitig herrscht Unsicherheit darüber, ob und wann es tatsächlich zu einer Teileinigung im Handelsstreit zwischen China und den USA sowie dem schrittweisen Zurückfahren der gegenseitigen Strafzölle kommen wird. Auch im Handelsstreit zwischen der EU und den USA könnte es zu einer Eskalation kommen, so dass die EU-Kommission ihre Wachstumsprognosen vielleicht ein weiteres Mal zurückfahren muss, was sich letztlich auch negativ auf die Aktienkurse auswirken dürfte.
 
Spekulative Anleger, die steigende DAX-Notierungen erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DC7JD9) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,60, die Barriere bei 9.780,00 Punkten. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DC7R37, aktueller Hebel 3,75, Barriere bei 16.460,00 Punkten) auf fallende DAX-Kurse setzen.
 
Stand: 12.11.2019

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