30.08.2019 09:00

BMW: Kommt die Tempoverschärfung noch rechtzeitig?

Am 13. August präsentierte Henkel seine Ergebnisse zum ersten Halbjahr und zweiten Quartal 2019. Der Konsumgüterkonzern musste die Prognose für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr wegen schwacher Geschäfte von 2 bis 4 Prozent auf 0 bis 2 Prozent senken. Laut Unternehmensangaben sei die Entwicklung im zweiten Quartal vor allem von einer deutlich rückläufigen Nachfrage in wichtigen Abnehmerindustrien wie der Automobilindustrie geprägt gewesen. Dabei war Henkel nicht das einzige Unternehmen, das eine schwache Nachfrage aus der Autoindustrie für enttäuschend verlaufende Geschäfte verantwortlich gemacht hatte. Die Branchenvertreter müssen mit einer Vielzahl von Herausforderungen fertig werden.
 
Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich eingetrübt, so dass Geld bei Autokäufern nicht mehr so locker sitzt wie in den vergangenen Jahren. Selbst im Boom-Markt China sind schrumpfende Absätze zu beobachten. Zudem kommen branchenspezifische Probleme wie die Dieselaffäre hinzu. Gleichzeitig müssen die Automobilkonzerne milliardenschwere Investitionen in die Technologien von morgen stemmen. Neben der Vernetzung der Fahrzeuge und dem autonomen Fahren gehört insbesondere die Elektromobilität dazu. BMW will nun sogar beim Ausbau der Elektromobilität nochmals signifikant die Frequenz erhöhen.
 
Die zunächst für 2025 angekündigte Zahl von 25 elektrifizierten Modellen will das Unternehmen bereits 2023 im Angebot haben. Mehr als die Hälfte dieser 25 Modelle wird dabei vollelektrisch sein. Bis 2021 soll sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge gegenüber 2019 bereits verdoppeln. Bis 2025 rechnet BMW dann mit einer steilen Wachstumskurve: Jahr für Jahr soll der Absatz der elektrifizierten Fahrzeuge um durchschnittlich über 30 Prozent steigen. Wie sehr die Investitionen die Ergebnisse belasten, zeigte sich im zweiten Quartal 2019. Zwar konnten die Umsätze laut Konzernangaben vom 1. August gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent auf 25,7 Mrd. Euro gesteigert werden, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel jedoch um 19,6 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Der Nettogewinn schrumpfte sogar um 28,7 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro.
 
Die leicht steigenden Umsätze hatte BMW höheren Absätzen zu verdanken. Dabei profitierte das Unternehmen von neuen Modellen. Allerdings konnte Mercedes-Benz mithilfe seiner Modelloffensive bessere Absatzzuwächse verbuchen. Die Schwaben setzten im Monat Juli laut Unternehmensanagaben vom 7. August weltweit 188.857 Fahrzeuge ab. 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie BMW am 13. August mitteilte lag der Zuwachs bei der Kernmarke BMW im Juli lediglich bei 1,6 Prozent auf 157.062 Autos.
 
Allerdings verbuchten es die Münchner als Erfolg, dass die Profitabilität zwischen April und Juni gegenüber dem Auftaktquartal dieses Jahres bereits wieder gesteigert werden konnte. Auf Gesamtjahressicht wird die in der Branche vielbeachtete EBIT-Marge im Segment Automobile von Managementseite weiterhin bei 4,5 bis 6,5 Prozent gesehen. In der Vergangenheit lag die Zielmarke bei 8 bis 10 Prozent. Mittel- bis langfristig will man auch wieder dahin zurückkehren.
 
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der BMW-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DX1LJ1) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,67, die Barriere bei 45,85 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DC4LJ9, aktueller Hebel 4,18, Barriere bei 71,15 Euro) auf fallende Kurse der BMW-Aktie setzen.
 
Stand: 29.08.2019

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