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Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht ausgewählter Handelsstrategien. Eine Echtzeit-Überwachung der Märkte auf Handelssignale finden Sie im Trade Radar.

Handelsstrategien

Widerstand und Unterstützung

Es gibt einen guten Grund, warum das Konzept von Widerstand und Unterstützung schon so lange existiert: Es funktioniert. In der Nähe einer Unterstützung zu kaufen und in der Nähe eines Widerstandes zu verkaufen hat sich als Grundlage für viele profitable Trading-Strategien erwiesen.


Eine Unterstützung ist ein Preisniveau, an dem es sehr wahrscheinlich ist, dass die Nachfrage das Angebot im weiteren Verlauf übertrifft. Die Kurse sollten daher tendenziell steigen. Umgekehrt handelt es sich bei einem Widerstand um ein Preisniveau, an dem eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass das Angebot die Nachfrage im weiteren Verlauf übertrifft, und so die Kurse fallen sollten.
Es gibt jeweils zwei Formen von Unterstützung und Widerstand: Die große und die kleine Unterstützung sowie den großen und den kleinen Widerstand. Diese Begriffe leiten sich aus den englischen Original-Bezeichnungen „Mayor Support“ und „Minor Support“ beziehungsweise „Resistance“ ab. Die Begriffe lassen bereits vermuten, dass die großen Widerstände und Unterstützungen entscheidend für die Interpretation der Chart-Situation sind. Um eine große Unterstützung handelt es sich, wenn der Kurs fällt, um ein früheres Tief erneut zu testen. Eine kleine Unterstützung liegt dagegen vor, wenn der Kurs fällt, um ein früheres Hoch zu testen. Das Ganze gilt umgekehrt für den großen und den kleinen Widerstand.


Interpretation

Große und kleine Unterstützungen sowie Widerstände sind grundsätzlich als Zonen oder Bereiche zu verstehen. Sie werden als robuste Zäune betrachtet, an die sich die Bullen (steigende Kurse) und Bären (fallende Kurse) anlehnen können. Diese Unterstützungen und Widerstände geben dabei dem Druck der beiden Schwergewichte nicht so schnell nach, halten diese also oft dort auf.
Ein Tief, dem eine steile Rallye nach oben folgt, wird also typischerweise als große Unterstützung dienen, wenn es danach getestet wird. Denn zum einen konnten die Marktteilnehmer, die nach dem Tief in Long-Richtung in den Basiswert – etwa eine Aktie – investierten, erfolgreiche Trades verbuchen. Kehrt die Aktie später in die Nähe dieses Tiefs zurück, erinnern sich die Trader wieder an diese Situation. Sie rechnen nun damit, dass dort erneut eine Aufwärtsdynamik entsteht. Zum anderen gibt es eine nicht unwesentliche Anzahl an Marktteilnehmern, die bei der letzten Rallye den Einstieg verpasst haben. Diese Trader möchten die mögliche Bewegung nicht erneut versäumen.
Bedenkt man beide Motive, könnte die Gruppe derer, die bei der Rückkehr des Kurses in die Nähe des letzten Tiefs kaufen möchten, deutlich größer sein als beim ersten Tief. Daher sind Kursgewinne an dieser Unterstützung sehr wahrscheinlich. Zugleich kann ein Trader das Risiko eines möglichen Long Trades gut absichern, indem er das Szenario fallen lässt, wenn der Kurs das letzte Tief nachhaltig unterschreiten sollte. Umgekehrt gilt die beschriebene Logik auch für große Widerstände.


Handelsstrategie mit Unterstützungen und Widerständen

Ziehen sie weitere Techniken hinzu, können Trader nun eine Handelsstrategie aufbauen. Zunächst ist ein Umkehrsignal im Bereich der großen Unterstützung oder des großen Widerstands nötig. Dieses Umkehrsignal kann zum Beispiel auf Candlestick-Formationen wie dem Hammer oder dem Shooting Star beruhen. Auch der Relative Stärke Index (RSI) ist ein geeigneter Indikator.
Wird etwa eine große Unterstützung getestet und bildet sich an dieser Stelle eine Kerze mit einem langem Schatten nach unten (Hammer), deutet dies darauf hin, dass die jüngsten Tiefs nicht gehalten werden konnten und entsprechend aufgekauft wurden – ein bullisches Signal. Schauen Trader dagegen auf den RSI und beobachten, dass dieser in der Nähe des Tiefpunktes selbst keine neuen Tiefs ausbildet oder gar zu steigen beginnt, kann dies ebenfalls ein bullisches Signal sein.
Neben Hammer und RSI gibt es weitere Methoden, um Umkehrpunkte an einer großen Unterstützung oder einem Widerstand zu erkennen. So kann etwa die Candlestick-Formation des Shooting Stars das Gegenstück zum Hammer darstellen und auf eine Abwärtsbewegung hinweisen. Bei Indikatoren können Trader alternativ zum RSI den Commodity Channel Index (CCI) oder den Stochastik-Indikator verwenden.


Kleine Widerstände und Unterstützungen

Neben den großen Unterstützungen und Widerständen bieten auch die jeweiligen kleinen Varianten gute Trading- Gelegenheiten. Diese ergeben sich, wenn ein großer Widerstand oder eine große Unterstützung gebrochen wurde und der Kurs anschließend noch einmal an die Ausbruchslinie zurückkehrt. In einem Aufwärtstrend sind die kleinen Unterstützungen mögliche Long-, in einem Abwärtstrend die kleinen Widerstände mögliche Short-Einstiege.
Um den kurzfristigen Trendwechsel an der kleinen Unterstützung oder dem kleinen Widerstand zu bestätigen, können erneut Techniken wie Candlestick-Formationen (etwa der Hammer) oder Indikatoren (zum Beispiel der RSI) dienen.

Die 15 Regeln des Trading

Es gibt einen guten Grund, warum das Konzept von Widerstand und Unterstützung schon so lange existiert: Es funktioniert. In der Nähe einer Unterstützung zu kaufen und in der Nähe eines Widerstandes zu verkaufen hat sich als Grundlage für viele profitable Trading-Strategien erwiesen.


Eine Unterstützung ist ein Preisniveau, an dem es sehr wahrscheinlich ist, dass die Nachfrage das Angebot im weiteren Verlauf übertrifft. Die Kurse sollten daher tendenziell steigen. Umgekehrt handelt es sich bei einem Widerstand um ein Preisniveau, an dem eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass das Angebot die Nachfrage im weiteren Verlauf übertrifft, und so die Kurse fallen sollten.
Es gibt jeweils zwei Formen von Unterstützung und Widerstand: Die große und die kleine Unterstützung sowie den großen und den kleinen Widerstand. Diese Begriffe leiten sich aus den englischen Original-Bezeichnungen „Mayor Support“ und „Minor Support“ beziehungsweise „Resistance“ ab. Die Begriffe lassen bereits vermuten, dass die großen Widerstände und Unterstützungen entscheidend für die Interpretation der Chart-Situation sind. Um eine große Unterstützung handelt es sich, wenn der Kurs fällt, um ein früheres Tief erneut zu testen. Eine kleine Unterstützung liegt dagegen vor, wenn der Kurs fällt, um ein früheres Hoch zu testen. Das Ganze gilt umgekehrt für den großen und den kleinen Widerstand.


Interpretation

Große und kleine Unterstützungen sowie Widerstände sind grundsätzlich als Zonen oder Bereiche zu verstehen. Sie werden als robuste Zäune betrachtet, an die sich die Bullen (steigende Kurse) und Bären (fallende Kurse) anlehnen können. Diese Unterstützungen und Widerstände geben dabei dem Druck der beiden Schwergewichte nicht so schnell nach, halten diese also oft dort auf.
Ein Tief, dem eine steile Rallye nach oben folgt, wird also typischerweise als große Unterstützung dienen, wenn es danach getestet wird. Denn zum einen konnten die Marktteilnehmer, die nach dem Tief in Long-Richtung in den Basiswert – etwa eine Aktie – investierten, erfolgreiche Trades verbuchen. Kehrt die Aktie später in die Nähe dieses Tiefs zurück, erinnern sich die Trader wieder an diese Situation. Sie rechnen nun damit, dass dort erneut eine Aufwärtsdynamik entsteht. Zum anderen gibt es eine nicht unwesentliche Anzahl an Marktteilnehmern, die bei der letzten Rallye den Einstieg verpasst haben. Diese Trader möchten die mögliche Bewegung nicht erneut versäumen.
Bedenkt man beide Motive, könnte die Gruppe derer, die bei der Rückkehr des Kurses in die Nähe des letzten Tiefs kaufen möchten, deutlich größer sein als beim ersten Tief. Daher sind Kursgewinne an dieser Unterstützung sehr wahrscheinlich. Zugleich kann ein Trader das Risiko eines möglichen Long Trades gut absichern, indem er das Szenario fallen lässt, wenn der Kurs das letzte Tief nachhaltig unterschreiten sollte. Umgekehrt gilt die beschriebene Logik auch für große Widerstände.


Handelsstrategie mit Unterstützungen und Widerständen

Ziehen sie weitere Techniken hinzu, können Trader nun eine Handelsstrategie aufbauen. Zunächst ist ein Umkehrsignal im Bereich der großen Unterstützung oder des großen Widerstands nötig. Dieses Umkehrsignal kann zum Beispiel auf Candlestick-Formationen wie dem Hammer oder dem Shooting Star beruhen. Auch der Relative Stärke Index (RSI) ist ein geeigneter Indikator.
Wird etwa eine große Unterstützung getestet und bildet sich an dieser Stelle eine Kerze mit einem langem Schatten nach unten (Hammer), deutet dies darauf hin, dass die jüngsten Tiefs nicht gehalten werden konnten und entsprechend aufgekauft wurden – ein bullisches Signal. Schauen Trader dagegen auf den RSI und beobachten, dass dieser in der Nähe des Tiefpunktes selbst keine neuen Tiefs ausbildet oder gar zu steigen beginnt, kann dies ebenfalls ein bullisches Signal sein.
Neben Hammer und RSI gibt es weitere Methoden, um Umkehrpunkte an einer großen Unterstützung oder einem Widerstand zu erkennen. So kann etwa die Candlestick-Formation des Shooting Stars das Gegenstück zum Hammer darstellen und auf eine Abwärtsbewegung hinweisen. Bei Indikatoren können Trader alternativ zum RSI den Commodity Channel Index (CCI) oder den Stochastik-Indikator verwenden.


Kleine Widerstände und Unterstützungen

Neben den großen Unterstützungen und Widerständen bieten auch die jeweiligen kleinen Varianten gute Trading- Gelegenheiten. Diese ergeben sich, wenn ein großer Widerstand oder eine große Unterstützung gebrochen wurde und der Kurs anschließend noch einmal an die Ausbruchslinie zurückkehrt. In einem Aufwärtstrend sind die kleinen Unterstützungen mögliche Long-, in einem Abwärtstrend die kleinen Widerstände mögliche Short-Einstiege.
Um den kurzfristigen Trendwechsel an der kleinen Unterstützung oder dem kleinen Widerstand zu bestätigen, können erneut Techniken wie Candlestick-Formationen (etwa der Hammer) oder Indikatoren (zum Beispiel der RSI) dienen.

Schwankende Märkte

Schwankende Marktbewegungen können den Handel stark beeinflussen. Trader sollten ihre Strategie an die jeweilige Situation anpassen. Die Average True Range hilft dabei.


Die Volatilität ändert sich ständig. Manchmal schwanken Aktienkurse kaum, manchmal besonders stark. Das beeinflusst den Handel erheblich. Trader sollten diese Schwankungen einbeziehen, wenn sie Positionsgrößen bestimmen. Dabei hilft die Average True Range (ATR). So passen sich die Größen automatisch dem Marktumfeld an.


Die Average True Range verstehen

Average True Range, kurz ATR, heißt auf Deutsch „durchschnittliche wahre Spanne“. Sie gilt als Gradmesser für die Volatilität, also die Schwankungsbreite eines Marktes. Als Range wird die Spanne zwischen Hoch und Tief an einem Handelstag bezeichnet.
Die Average True Range ergibt sich aus dem Durchschnitt der True Range über 14 Tage. Eröffnet der DAX beispielsweise bei 5.500 Punkten, steigt dann im Hoch auf 5.570 und fällt schließlich auf 5.430, um dann wieder zu steigen und bei 5.535 zu schließen, so beträgt die Spanne 140 Punkte. Das ist die Differenz zwischen dem Hoch und Tief (5.570 – 5.430). Eröffnungs- und Schlusskurs spielen bei der Range keine Rolle.


Elemente der ATR

Entscheidend, um zu verstehen, was die ATR ist: Die Meinungsbildung an den Märkten geschieht nicht ausschließlich während der offiziellen Handelszeiten. Im Gegenteil. Dieser Prozess findet gerade in den Zeiten statt, in denen die Börsen geschlossen sind. Das führt zu Kurslücken (Gaps) im Eröffnungskurs am folgendenTag. Wenn der DAX zum Beispiel gestern bei 5.500 Punkten schloss und heute bei 5.535 Punkten eröffnet, tendiert die Börse offenbar über Nacht positiv. Wird diese Übernacht-Kursveränderung einbezogen, ergibt sich die sogenannte „True Range“. Wird die True Range über einen Zeitraum, etwa den Standardzeitraum von 14 Tagen, betrachtet, entsteht ein Verlauf der True Range - die „Average True Range" (ATR).
Die True Range berechnet sich als jeweils größter aus folgenden drei Werten: Die Distanz vom heutigen Hoch zum heutigen Tief, die Diestanz vom gestrigen Schluss zum heutigen Hoch und die Distanz vom gestrigen Schluss zum heutigen Tief.


Sinnvolle Stopps mit ATR

Viele Trader bestimmen ihre Positionsgröße anhand des Stopp-Loss-Levels, an dem der Trade im Verlustfall aufgelöst wird. Eine andere Möglichkeit, um die Positionsgröße zu bestimmen, bietet die ATR. Grundsätzlich wird der ATR-Wert verwendet, der sich auf der Zeitebene des Trades ergibt. Wenn ein Trader also etwa nach stündlichen Signalen handelt, ist die ATR über 14 Stunden die geeignete Referenz. Das lässt sich anhand eines Beispiels verdeutlichen:
Angenommen, ein Trader orientiert sich am Stunden-Chart und möchte 200 Euro je Trade riskieren. Wenn er seinen Stopp-Loss-Kurs einen Euro vom Einstiegskurs entfernt festlegt, kann er 200 Stück eines Hebelproduktes kaufen. Wählt der Trader einen anderen Stopp-Loss, ändert sich auch die Zahl der Hebelprodukte, die er für das gleiche Risiko von 200 Euro kaufen kann. Ist der Markt zum Beispiel gerade ruhig und das Risiko damit gering, könnte ein Stopp von 0,50 Euro ausreichen. Daraus ergäben sich 400 Hebelprodukte als Positionsgröße. Bei hoher Volatilität und damit hohem Risiko wäre ein Stopp von zwei Euro angemessener, was eine Positionsgröße von nur 100 Stück eines Hebelprodukts ergäbe. Wo dieser Stopp nun genau liegen sollte, kann die ATR weisen.


ATR für Stopps anwenden

Grundsätzlich gilt, dass der Stopp nicht zu nahe am aktuellen Kurs liegen sollte, da ein Trader sonst zu leicht bei kleinsten Schwankungen ausgestoppt werden könnte. Bei jedem Trade sollte der Stopp mindestens um den ATR-Wert vom aktuellen Kurs des Basiswertes entfernt liegen.
Ein Beispiel: Ein Trader handelt mit einem Konto von 10.000 Euro und möchte pro Trade maximal zwei Prozent seines Kapitals riskieren. Das entspräche 200 Euro. Angenommen, Der DAX liegt bei 7.310 Punkten und der Trader wählt für einen Long-Trade einen WAVE Call mit Basispreis 7.000 Punkte. Kurz nach der Eröffnung bricht der DAX über das Vortageshoch von 7.320 Punkten aus. Der WAVE Call notiert bei 3,40 Euro. Der Trader möchte nun zu 3,40 Euro pro Wave kaufen.
Um nun die optimale Anzahl an WAVEs für seinen Trade zu berechnen, bezieht er die aktuelle ATR ein. In diesem Beispiel liegt sie bei 41,7 Punkten. Meist runden Trader die ATR auf volle 10er-Stufen auf (ATR = 50), um eine leichtere Berechnung sowie einen zusätzlichen Sicherheits-Puffer zu haben. Da der WAVE ein Bezugsverhältnis von 1:100 aufweist, entspricht der 50-Punkte-Abstand (abgeleitet aus der ATR) hier einem Wert von 50 Cent. Damit liegt der Average-True-Range-Stopp bei 2,90 Euro (3,40 Euro - 0,50 Euro).

Der Straddle

Viele Begriffe in der Optionsscheinwelt entstammen dem Englischen und enthalten bevorzugt Metaphern. So beispielsweise der Straddle – eine Strategie, mit der Anleger gleichzeitig Calls und Puts im gleichen Basiswert einsetzen. Das kann Sinn machen.


„Straddle“ bedeutet im Englischen so viel wie grätschen, spreizen, der Grätschsitz. So wird bildlich eine Strategie umschrieben, bei der gleichzeitig Call- und Put- Optionsscheine am Geld gekauft (oder verkauft) werden. Verwendet wird dabei jeweils die gleiche Anzahl an Calls und Puts mit gleichen Eigenschaften. Also etwa gleicher Basiswert, Basispreis, Laufzeit und Delta. Nur eben mit gegensätzlicher Ausrichtung.

Long Straddle

Beim Long Straddle kauft der Anleger jeweils einen Call und einen Put mit identischen Eigenschaften. Er erwartet eine starke Schwankung im Basiswert. Der Long Straddle besitzt aufgrund seines Profils unbegrenzte Gewinnchancen, während das Verlustrisiko durch die Position in beide Richtungen auf die bezahlten Optionsscheinprämien begrenzt ist.




Short Straddle

Bei einem Short Straddle verkauft der Investor jeweils einen Call und eine Put mit identischen Eigenschaften. Er erwartet Stabilität im Basiswert. Der Short Straddle besitzt aufgrund seines Profils begrenzte Gewinnchancen, während das Verlustrisiko durch die Position in beide Richtungen nach unten offen ist.


Gefährliche Abschmelzung

Anleger nutzen einen Straddle, um Volatilitätserwartungen auszunutzen. Erwarten sie eine höhere Volatilität im Markt, können aber deren Richtungstendenz nicht abschätzen, bietet sich die Long-Straddle-Methode an. Etwa bei unsicheren politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie charttechnischen „Grenzen”.

Derart erwartete hohe Schwankungen in der Volatilität können zu enormen Preisschwankungen in dem Basiswert führen. Genau dann kann ein Long Straddle die Strategie sein, um richtig positioniert zu sein. Einzig die Prämie für den Optionsschein auf der „Verliererseite“ des Long Straddle wird verloren gehen. Letztendlich ist es das Ziel, die Preisentwicklung des Basiswerts zu verfolgen und den verlierenden Optionsschein – je nachdem ob Call oder Put – abzustoßen.


Auf der anderen Seite kann der Anleger bei Erwartung einer stabilen Marktsituation und niedriger Volatilitäten einen Short Straddle eingehen. Der Gewinn ist von vornherein begrenzt, denn er entspricht maximal dem Preis, zu dem der Short Straddle verkauft wurde. Das Verlustrisiko ist allerdings nach unten offen, da zum Zeitpunkt des Short-Straddle-Verkaufs noch nicht absehbar ist, zu welchem Kurs der Short-Straddle-Verkäufer seine einem Dritten gegenüber bestehende Verpflichtung erfüllen muss.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Investoren mit einem Straddle Volatilitätserwartungen handeln. Er ist ein Werkzeug für kurzfristiges Handeln. Wer die Position länger hält, läuft Gefahr, dass der sinkende Zeitwert der Optionsscheine – egal ob beim Call oder Put – die Gewinnchancen gefährlich abschmelzen lässt (siehe X-press 4/02).

Alle Effekte, die Kursschwankungen bei Optionsscheinen auslösen können, wirken sich im Straddle durch die Kombination von Calls und Puts verstärkt aus.

Cash Extraction mit Optionsscheinen

Raus aus der Liquidität, rein in die Hebelwirkung. Anleger können durch geschicktes Umschichten die gleiche Position einnehmen und dennoch über mehr Liquidität verfügen.

Den meisten Anlegern sind Optionsscheine im Zusammenhang mit zwei Anlagestrategien vertraut: dem kurzfristigen Spekulieren – oft innerhalb eines Tages – oder dem Beimischen von Optionsscheinen in ein vorhandenes Portfolio,
um die zugrunde liegenden Aktien zu schützen beziehungsweise deren Performance per Hebelwirkung zu erhöhen.

Das Mittel der so genannten Cash Extraction ist eine interessante dritte Verwendung von Optionsscheinen, die nicht unmittelbar jedem Anleger bewusst ist, aber dennoch viele Chancen eröffnet. Cash Extraction heißt übersetzt nichts anderes als Liquidität aus dem Markt zu beziehen – Cash also. Die Idee: flüssige Mittel durch Austausch von Aktien mit den dazugehörigen Optionsscheinen zu erhalten.

An steigenden Kursen profitieren Dies ist auf Grund der Hebelwirkung von Optionsscheinen möglich. Hier kann durch eine geringere Anfangsinvestition eine größere Rendite erzielt werden. Die unten stehende Formel ermittelt in der Berechnung die entsprechende Position in Optionsscheinen, um weiterhin an der Performance der Aktien teilzunehmen:

Ein Beispiel: Nehmen wir an, ein Anleger hat eine Position in Aktien von Linde mit einem Gesamtwert von 6.000 Euro oder 200 Aktien zu je 30 Euro. Der Anleger befürchtet nun einen fallenden Markt, hat aber gleichzeitig die Erwartungshaltung, längerfristig wieder steigende Kurse von Linde zu sehen. Er möchte nun Liquidität erwerben, um nach Erreichen der Talsohle durch die Aktie die Möglichkeit zu haben, eventuell wieder zu günstigeren Preisen direkt in den Wert einzusteigen. Währenddessen will er aber dennoch mittels Optionsscheinen weiterhin von eventuell steigenden Kursen profitieren. Welche Strategie kann man anwenden, um Liquidität zu erwerben? Eine Möglichkeit ist natürlich, alle Aktien im Markt zu verkaufen. Aber wenn der Anleger falsch liegt und die Aktie von Linde steigt, hat er die Chance vertan, an einer positiven Entwicklung teilzunehmen. Er kann die Aktie dann nur mittels höherer Kosten wieder erwerben – ein Verlustgeschäft also.

Cash zur freien Verfügung

Die Alternative: Cash Extraction. Der Anleger kann seine Linde-Aktie im Markt verkaufen und diese Position in Optionsscheine auf den Anlagebauer konvertieren. Deren Basispreis soll so nah wie möglich an dem eben durchgeführten Verkaufskurs liegen. Also kauft er einen Call-Optionsschein mit der Basis 30 Euro, einem Bezugsverhältnis von 10:1 und Fälligkeit in anderthalb Jahren zu einem Preis von 0,50 Euro. Der Investor sieht: Mit Hilfe einer Investition von 1.000 Euro in passende Optionsscheine auf Linde nimmt er die gleiche Position ein wie die vorige Direktinvestition mit 6.000 Euro in die Aktie. Gleichzeitig bekommt er 5.000 Euro (6.000 Euro minus 1.000 Euro), mit denen er eventuell später wieder zu günstigen Kursen direkt in die Aktie einsteigen – oder etwas
völlig anderes anfangen – kann.

Sollte entgegen der Erwartung des Anlegers die Linde-Aktie weiter steigen, so erzielt er mindestens die gleiche Rendite wie mit der Direktinvestition auf Grund der Hebelwirkung der Optionsscheine. Sollte der Kurs von Linde fallen, besteht lediglich ein Verlustrisiko von 1.000 Euro und er kann bei Bedarf die „extracted“ 5.000 Euro verwenden, um zu günstigeren Kursen direkt wieder einzusteigen.

Stärke im Vergleich: Der RSI

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist sowohl für Überkauft- und Überverkauft-Signale als auch für Divergenz-Analysen geeignet. Richtig genutzt kann der RSI eine große Hilfe für Trader sein.

In der Technischen Analyse können sich hinter dem Begriff „Relative Stärke“ mehrere Konzepte verbergen. Relative Stärke kann drei verschiedene Bedeutungen haben:
Zunächst gibt es die Relative Stärke im Sinne von „Relative Entwicklung“. Eine Aktie ist dann relativ stark, wenn sie besser läuft als der Index, in dem sie enthalten ist. Hier wird ein Titel also mit einer Referenz verglichen und anhand dessen bestimmt, ob er relativ stark oder relativ schwach ist.
Als zweites gibt es die Relative Stärke im Sinne des klassischen Momentum-Indikators, der sich auf ein spezifisches

Wertpapier bezieht. Hier wird der aktuelle Kurs mit dem Kurs einiger Perioden zuvor verglichen. Hohe positive

Momentum-Werte zeigen demnach einen starken Aufwärtstrend.
Die dritte Variante liegt dem Relative-Stärke-Index (RSI) zugrunde. Ähnlich wie beim Momentum-Indikator wird auch hier die innere Stärke ermittelt. Das charakterisiert den RSI ebenfalls als Momentum-Indikator im weiteren Sinne. Allerdings berechnet sich der RSI anders.


Berechnung des RSI

Die Grundidee des RSI ist einfach: Die Stärke von Kursgewinnen und -verlusten innerhalb einer gewissen Zeitperiode wird verglichen. Um dieses Konzept in eine Formel zu bringen, sind zwei Zwischenschritte erforderlich. Zunächst werden zwei Summen über jeweils 14 Perioden (Standardeinstellung) gebildet: Die eine enthält alle  Kursveränderungen von Tagen mit gestiegenem Schlusskurs (SumUp), die andere alle Kursveränderungen von Tagen mit gefallenem Schlusskurs (SumDown). Beide Werte werden durch 14 geteilt und verwandeln sich damit in einen einfachen Gleitenden Durchschnitt: SumUp(14) und Sum-Down(14). Daraus lässt sich der RSI berechnen, indem SumUp(14) ins Verhältnis zur Summe von SumUp(14) und SumDown(14) gesetzt und mit 100 multipliziert wird. Das Ganze klingt komplizierter, als es eigentlich ist. Die genaue Berechnungsformel sieht so aus:

1)   SumUp(14) = Summe der Plus-Tage / 14
2)   SumDown(14) = Summe der Minus-Tage / 14
3)   RSI = (100 x SumUp(14)) / (SumUp(14) + SumDown(14))


Vorteile des RSI

Der klassische Momentum-Indikator hat zwei wesentliche Nachteile: Starke Kursveränderungen wirken sich für längere Zeit verzerrend aus und die Skala ist nicht normiert. Der RSI löst diese Probleme, indem er durch den dritten Schritt in der Berechnung eine relative Einschätzung trifft. Damit schwankt der RSI als Oszillator zwischen den Extremwerten null und 100. Mit der Formel (siehe oben) lässt sich der RSI deuten. Hohe Werte zeigen, dass die Kursanstiege an den Plus-Tagen deutlich überwiegen und damit ein Aufwärtstrend vorliegt. Fallen die Werte von einem hohen Niveau, verlangsamt sich die Dynamik – ein Zeichen für Trendschwäche.


Handelsregeln mit dem RSI

Mit dieser Logik lassen sich Handelsregeln für den RSI herleiten. Steigt er über 70 (überkaufter Bereich) und fällt später unter diese Marke zurück, kann das als Verkaufssignal angesehen werden. Analog dazu entstehen mögliche Kaufsignale an der 30er-Marke des RSI. Eine dritte beliebte RSI-Strategie ist es, Divergenzen zum Kursverlauf zu nutzen. Diese sind durch Kenntnis der Formel leichter nachvollziehbar: Wenn etwa der Kurs ein neues Hoch erreicht, aber der RSI nicht (negative Divergenz), sind zwischenzeitlich stärkere Abwärtstage aufgetreten – ein Warnsignal für long positionierte Trader oder ein frühes Signal für eine mögliche Short-Position. Eine positive Divergenz liegt vor, wenn der Indikator etwa bereits ein neues Hoch erzielt, der Kurs aber nicht. Dies ist ein Warnsignal für short positionierte Trader oder ein frühes Signal für eine Long-Position.


Nachteile des RSI

Kein Indikator ist völlig frei von Fehlsignalen. Trader sollten deshalb darauf achten, dass ein Handelssignal stets nur eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit besitzt, es aber keine Garantie für die angezeigte Richtung gibt. Wenn der RSI über die 70er-Marke steigt und später unter 70 fällt, könnte sich die Aufwärtsbewegung beispielsweise trotz des Schwächesignals seitens des RSI fortsetzen. Trader, die zuvor eine Short-Position eingegangen sind, sollten dieses Szenario schon zuvor einplanen.
Dieses Phänomen, dass sich der RSI in starken Trends lange Zeit auf hohen oder niedrigen Niveaus bewegt, ohne dass eine Trendwende eintritt, ist bei Oszillatoren essentiell. Darüber hinaus weisen Indikatoren und Oszillatoren generell eine gewisse Verzögerung auf, die sich daraus ergibt, dass vergangene Daten einbezogen werden.
Trader, die den RSI für ihre Analysen einsetzen möchten, sollten sich daher nicht ausschließlich auf dieses Instrument stützen. In Kombination mit anderen Indikatoren oder Instrumenten der Chart-Technik, oder indem die fundamentale Analyse einbezogen wird, lässt sich die Aussagekraft von Handelssignalen wie dem RSI entsprechend
erhöhen.

Dow Theorie

Vor über 100 Jahren nahm der Ökonom Charles Henry Dow Wirtschaft und Märkte genau unter die Lupe. Damit gilt er als Gründer der modernen Chartanalyse.


Charles Henry Dow (1851 bis 1902) ist für die Kapitalmarktanalyse so etwas wie Charles Darwin für die Evolutionsbiologie. Als Erster fasste der Ökonom mehrere Aktien zu einem Index zusammen, um einen volkswirtschaftlichen Indikator zu erzeugen. Das Ergebnis: der Dow Jones Industrial Average.
Charles Dow gründete Ende des 19. Jahrhunderts das Wall Street Journal. Darin trug er seine Gedanken über die Märkte und die Wirtschaft zusammen. Allerdings verfasste Charles Dow nie ein Buch. Doch seine Ansätze gingen nicht verloren, denn kurz nach seinem Tod wurden seine Publikationen aufgearbeitet. Das Ergebnis ist heute als Dow-Theorie bekannt. Sie umfasst sechs Thesen und wird oft als Grundstein der Technischen Analyse gesehen.



Märkte als Spiegel

Die erste Dow-These besagt, dass jede Information aus der Vergangenheit, der Gegenwart und gar der Zukunft von den Märkten diskontiert wird. Ob Emotionen der Marktteilnehmer, veröffentlichte Konjunkturdaten, Unternehmensmeldungen oder Erwartungen an die Zukunft: Die aktuellen Kurse der Aktien oder Indizes spiegeln jede Information wider.
Diese Annahme ist ein herber Rückschlag für alle Freunde der Fundamentalanalyse. Denn demnach ließe sich bei der Prognose von Kursen kein Vorteil aus Research oder dem Vergleich von Unternehmenskennzahlen ziehen. Denn zum einen stehen solche Informationen in der Regel allen gleichermaßen zur Verfügung und zum anderen gilt die Informationen bereits als in den Kursen eingepreist.


Drei Trendkomponenten

Dow unterteilte mögliche Trends in drei Kategorien: Den primären (langfristigen), den sekundären (mittelfristigen) und den untergeordneten (kurzfristigen) Trend. Da er sich vor allem für volkswirtschaftliche Zusammenhänge interessierte, hatte für Dow der primäre Trend die größte Priorität. Ein primärer Trend hält idealerweise über Jahre und kann eindeutig gemäß der Trenddefinition ausgemacht werden. Allerdings erkannte Dow, dass die Bewegungen von einem Hoch zum nächsten Tief, also Korrekturen in einem Aufwärtstrend, ebenfalls Trendcharakter aufweisen und in Form von fallenden relativen Hoch- und Tiefpunkten verlaufen. Dies bezeichnete er als sekundären Trend. Normalerweise dauert dieser mehrere Monate. Dem untergeordneten Trend, also alle Bewegungen, die innerhalb eines sekundären Trends liegen, schenkte Dow wenig Beachtung. Ein untergeordneter Trend hält in der Regel nicht länger als Tage oder Wochen, unterliegt kurzfristigen Stimmungen am Markt und hat daher laut Dow nur eine geringe volkswirtschaftliche Signifikanz.


Drei Phasen im Trend

Die Dow-Theorie geht davon aus, dass ein primärer Aufwärtstrend in drei Phasen unterteilt ist: Nach dem Ende eines Abwärtstrends beginnt der Aufwärtstrend mit der Akkumulationsphase, in der sich findige Investoren mit „billigen“ Aktien eindecken. In Phase zwei, der Phase der öffentlichen Partizipation, steigen immer mehr Marktteilnehmer ein, etwa diejenigen, die dem etablierten Trend folgen. Diese Phase dauert längere Zeit und zeigt sich in einem soliden Aufwärtstrend. Die dritte und letzte Phase ist die Distributionsphase, in der die frühzeitig Investierten ihre Positionen langsam wieder abbauen. Meistens werden diese Langfristpositionen in Phasen der Übertreibung und Blasenbildung abgebaut, wenn überaus euphorische Stimmung herrscht.


Wechselwirkungen zwischen Indizes

Charles Dow war der Ansicht, dass jeder primäre Trend nur dann als solcher betrachtet werden kann, wenn er sich in allen großen Indizes bestätigt. Er ging dabei von einer engen Wechselwirkung zwischen dem Dow Jones Industrial und dem Dow Jones Transportation Index aus. Denn die größten Firmen zu Dows Zeit waren die im Transportation Index gelisteten Eisenbahngesellschaften. Dow setzte daher für eine gesunde Entwicklung voraus, dass beide großen Indizes gleichermaßen einen primären Auf- oder Abwärtstrend bestätigen müssten. Noch heute lassen sich unter Aktienindizes, aber auch unter Rohstoffen oder Währungen Korrelationen ausmachen.


Volumen zur Bestätigung

Ein vorliegender Trend wird stets vom Handelsvolumen bestätigt, so die Dow-Theorie. Demnach sollte die Aufwärtsbewegung in einem Aufwärtstrend stets von einem höheren Volumen begleitet sein, als wenn es zu zwischenzeitlichen Gegenbewegungen kommt. Entsprechend sollte der Umsatz in einem Abwärtstrend dann am stärksten sein, wenn die Kurse fallen, und sich bei Gegenbewegungen verringern. Dow behandelte das Volumen als sekundären Indikator. Auch heute wird in vielen Bereichen der Technischen Analyse mit dem Volumen gearbeitet, etwa bei Volumen-Indikatoren. Technische Analysten sind sich einig, dass ein Kurssignal, mehr Gültigkeit besitzt, wenn es vom Volumen bestätigt wird.


Klares Trend-Ende

Dow war der Ansicht, dass ein Trend so lange hält, bis er definitiv vorüber ist. Doch da der Ökonom seine Gedanken nie komprimiert zusammenfasste, lässt sich „definitiv“ verschieden auslegen. Ein definitives Signal für das Ende eines Trends ist etwa dann gegeben, wenn der letzte große Extrempunkt durchbrochen wird. Im Aufwärtstrend wäre dies das letzte Tief, im Abwärtstrend das letzte Hoch. Die Dow-Theorie musste sich schon immer die Kritik gefallen lassen, dass bei dieser großzügigen Auslegung erst sehr spät ein Trendumkehrsignal gegeben wird und man dadurch nicht selten einen Großteil der Bewegung verpasst. Doch Charles Dow war kein Händler, sondern Ökonom, und verfolgte daher ein anders Ziel.

Trading am Hexensabbat

Erfolgreiches Trading hat wenig mit Glück zu tun. Weit wichtiger sind Erfahrung, die richtige Technik und ein konsequentes Konzept. Die folgenden 15 Regeln liefern dazu das ideale Gerüst.

Gute Technologien und fundiertes Wirtschaftswissen können an den Märkten helfen. Doch mindestens ebenso wichtig ist es, die eigenen Emotionen zu kontrollieren. Denn viele Einsteiger neigen dazu, sich von Gefühlen leiten zu lassen.

Wer seine Emotionen beiseite lässt und sich nach den folgenden Regeln richtet, kann beim Trading besser durchstarten.


1. Handeln nach Plan

Schon vor der ersten Order sollten sich Trader Ziele setzen. Dazu zählt, die anvisierten Gewinne zu bestimmen und alle möglichen positiven und negativen Ausgänge zu definieren. Um nicht in den roten Zahlen zu laden, muss eine Strategie her. Dazu muss der Trader festlegen, wie viel Kapital er höchstens zu verlieren bereit ist. Ist er in einem Trade investiert und der Kurs erreicht diesen Punkt, muss der Trader die Reißleine ziehen. Denn es hat keinen Zweck, an einem Verlust-Trade festzuhalten in der Hoffnung, dass der Kurs sich noch fängt. Einsteigern kann ein Trading-Plan helfen, in dem Kursziele und maximal akzeptierte Verluste notiert sind. Dieses systematische Vorgehen  führt eher zum Erfolg als ein emotional getriebenes Kauf- und Verkaufsverhalten.


2. Trades wählen

Um den richtigen Trade zu finden, kann eine festgelegte Methode helfen. Je nach Zeitraum und Risikotoleranz kann aber unterschiedliches Vorgehen nötig sein. Daher sollte jeder Trader ein eigenes Konzept entwickeln und befolgen. Am einfachsten ist es, wenn der Trade auf Preisbewegungen basiert und dem herrschenden Trend folgt. Es nutzt
nichts, darüber nachzudenken, was die Zukunft bringen wird und seine Trades danach auszurichten. Denn gerade für Einsteiger ist es meist am einfachsten, die momentane Trendrichtung zu handeln.


3. Chart prüfen

Kauf- und Verkaufsentscheidungen sind technischer Natur. Entscheidend sind nicht die Fundamentaldaten einer Aktie, sondern ihre Kursbewegung. Nachrichten über den Basiswert etwa liefern selten gute Informationen dazu, wann ein Trade sinnvoll ist. Bessere Hinweise auf einen guten Zeitpunkt zum Kaufen oder Verkaufen bietet der Chart selbst. Vor dem Einstieg ist es daher entscheidend, die Entwicklung genau unter die Lupe zu nehmen, den Kurstrend und die aktuelle Lage im Trend zu bestimmten.


4. Dem Trend folgen

Die Erfolgschance ist größer, wenn der Trader in Richtung eines Trends handelt. Statistisch gesehen hat ein solcher Trade ein höheres Profitpotenzial im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Zur Orientierung hat sich ein 50-Tage-Gleitender-Durchschnitt bewährt. Dieser Durchschnitt stellt den mittelfristigen Trend der Aktie auf diesem
Zeithorizont dar. Ein 12-Tage-Durchschnitt zeigt den kurzfristigen Trend und ein 200-Tage-Durchschnitt den langfristigen. Mit diesen Durchschnittslinien lässt sich der Trend erkennen und handeln. Wenn sich der Trend ändert, muss der Trader entsprechend handeln: Je nachdem, wie sich der Kurs entwickelt, muss der Trader verkaufen oder Stopps setzen, um Kapital und Gewinne zu sichern.


5. Risiko- und Money-Management

Das beste Money-Management besteht darin, einen Verlust möglichst schnell zu realisieren, die Position also möglichst schnell zu schließen.  Es passiert aber leider häufig, dass ein Investor oder Trader sich in eine Aktie verliebt und diese auch dann noch hält, wenn sie schon lange fällt. Bei einem einzelnen Trade sollten niemals mehr als etwa zwei Prozent den verfügbaren Kapitals riskiert werden. Daytrader sind gar mit nur höchstens einem Prozent gut beraten.


6. Entscheidung vertrauen

Kein Trader ist sich bei jeder Kauf- oder Verkaufsentscheidung vollkommen sicher. Doch wer sich bei einem Setup gänzlich unsicher ist, sollte diesen Trade nicht machen, selbst wenn keine Handelsregeln gebrochen wurden. Zu oft versuchen Trader, ihre Entscheidungen zu rationalisieren. Dabei hilft es nicht, einen guten Grund für eine schlecht Entscheidung zu suchen. Denn ein schlechter Trade bleibt ein schlechter Trade. Daher muss ein Trader seiner Entscheidung vertrauen können, andererseits aber auch das Selbstvertrauen entwickeln, gute Setups auch tatsächlich zu traden.


7. Keine heißen Tipps

Heiße Tipps sind oft nicht mehr als heiße Luft. Trotzdem gehen immer wieder Investoren und Trader vermeintlichen wasserfesten Empfehlungen auf den Leim. Doch egal wie gut sich eine Geschichte auch anhört: Sie muss genau durchleuchtet und hinterfragt werden. Die technische Analyse hilft auch in solchen Fällen, um Kauf- und  Verkaufsentscheidungen zu treffen. Das Mittel der Wahl für einen Trade sollte ein selbst kontrolliertes Setup bleiben.


8. Nicht verbilligen

Wenn der Einstiegszeitpunkt falsch war oder sich der Kurs anders als erwartet entwickelt, hilft nur eins: Die Position glattstellen. Wer aber versucht, über Nachkäufe den Einstiegspreis zu verbilligen, macht das Problem damit meist noch schlimmer. Denn sehr wahrscheinlich steigen so nur die Verluste.


9. Verlieren gehört dazu

Viele Menschen konzentrieren sich nur auf Gewinne, wenn sie ihre Börsenkarriere starten. Dabei sind Verluste ein fester Teil des Trading-Geschäftes und gehören zum Trading genauso wie Gewinne. Natürlich ist es besser, sein Geld nicht blind einem Risiko auszusetzen. Doch wer langfristig Gewinne machen möchte, muss auch das Verlieren lernen. Der Umgang mit Verlusten unterscheidet Amateure von professionellen Tradern. Wenn ein professioneller Trader verliert, geht er unbeeindruckt zum nächsten Trade über. Diese Trader nehmen Verluste nicht persönlich.


10. Immer Stopps setzen

Stopps sichern Gewinne und begrenzen Verluste. Bei jedem Trade sollte ein Stopp gesetzt werden für den Fall, dass er sich anders entwickelt, als erwartet. Läuft der Trade in den Gewinn, können die Stopps nachgezogen werden, um den Gewinn zu sichern. Dennnoch nutzen viele Trader keinen Stopp, aus Angst, tatsächlich ausgestoppt zu werden. Doch wer sich gegen Risiko-Management und Stopps entscheidet, setzt das Kapital im Prinzip einem unbegrenztem Risiko aus. Das unterwandert die Logik einer vernünftigen Strategie. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein psychologisches Problem: Wer Stopps nutzt, muss zugeben, falsch gelegen zu haben oder bei einem Trade verloren zu haben.


11. Zeit nehmen

Trading braucht Zeit. Diese Regel mag trivial klingen, ist aber von höchster Bedeutung. Wenn ein Trader das für ihn perfekte Setup entdeckt, sollte er sich alle Parameter noch einmal genau anschauen, bevor er den Trade macht. Gerade im Positions-Trading gibt es genug Zeit, um alles zu prüfen und vorzubereiten. Der schnellste Trader ist nicht unbedingt der beste, und kurzfristiges Intraday-Trading ist nicht immer die erfolgreichste Strategie. Es gibt hervorragende Positions-Trader, die ihre offenen Positionen nur einmal in der Woche prüfen. Diese Trader sind deshalb erfolgreich, weil sie sich die Zeit nehmen, ihren Trading-Stil erfolgreich zu machen.


12.  In Geduld üben

Geld zu verdienen braucht Geduld. Wer etwas erzwingen will, gerät nur in Schwierigkeiten. Ein Trade sollte nur dann durchgeführt werden, wenn der Markt, der Sektor und die Aktien darin übereinstimmend einen Trend zeigen. Denn der Markt ist unabhängig und wird sich nicht in eine Richtung bewegen, nur weil ein Trader das von ihm will. Es ist besser, sich in Geduld zu üben, nach hohen Wahrscheinlichkeiten zu suchen und nur diese Trades umzusetzen, also unbedingt traden zu wollen.


13. Aus Fehlern lernen

Erfolgreiche Trader und Investoren lernen aus ihren Fehlern. Sie schreiben auf, was falsch lief und analysieren die Probleme. Da Fehler bares Geld kosten können, sollte kein Fehler zweimal begangen werden. Doch viele Menschen machen die gleichen Fehler immer wieder. Grund sind meist emotionale Reaktionen auf Preisbewegungen. Eine gut
durchdachte Strategie hilft, aus Fehlern zu lernen und das Vorgehen anzupassen.


14. Handel auf fallende Kurse

Die Märkte bewegen sich nicht ständig nach oben. Das bedeutet aber nicht, dass bei fallenden Kursen kein Geld verdient werden kann – im Gegenteil. Einer der besten Trading-Grundsätze besagt, dass man dem Trend folgen soll. Daher gibt es auch bei fallenden Kursen gute Gelegenheiten, um Geld zu verdienen. Doch die größten Hindernisse können Angst, Ignoranz und mangelnde Aufklärung über die vorhandenen Instrumente sein. Dabei lässt sich bei fallenden Kursen viel schneller Geld verdienen als bei steigenden Kursen. Denn im Schnitt fallen Mäkte deutlich schneller, als sie steigen.


15. Regeln befolgen

Wie Regel 13 sagt, machen viele Menschen die gleichen Fehler immer wieder. Wer diesen 15 Trading-Regeln folgt, sollten jedoch die häufigsten Fehler vermeiden können. Allerdings gibt es keine absolute Erfolgsgarantie. Denn an den Märkten werden Zukunftserwartungen gehandelt und damit immer auch Wahrscheinlichkeiten, niemals aber nur Fakten. Eine solide Ausbildung und eine vernünftige emotionale Kontrolle bringen wesentliche Vorteile.

Neben diesen 15 Regeln sollten Trader aber auch eigene Ideen entwickeln und die durchgeführten Trades analysieren.

Risiko- und Moneymanagement: Der richtige Einsatz


Wer beim Trading langfristig erfolgreich sein möchte, muss Geld und Gefahr genau im Auge behalten. Ein gutes Risiko- und Money-Management ist darum entscheidend.


Das größte Ziel eines jeden Traders sollte es sein, seine Verluste zu minimieren, um sich vor einem Totalausfall zu schützen. Das gelingt mit dem richtigen Einsatz von Risiko- und Money-Management. Damit kann er sein Kapital und sein Verlustrisiko steuern.


Vorbereitung entscheidet

Bevor das eigentliche Trading beginnt, muss der Trader festlegen, wie viel Geld er investieren möchte. Er sollte nur das Geld einsetzen, das er notfalls entbehren kann. Er sollte also niemals auf Kredit spekulieren.
Dann muss der maximale akzeptable Verlust bestimmt werden. Dabei sollte sich der Trader stets bewusst sein, wie schwierig es ist, verlorenes Geld zurückzugewinnen. Angenommen, das Börsenkapital beträgt 50.000 Euro und der Trader will maximal zehn Prozent Verlust riskieren. Dann verliert er im Höchstfall 5.000 Euro. Sollte dieser Höchstfall eintreten, müsste er elf Prozent zurückgewinnen, um wieder den ursprünglichen Betrag von 50.000 Euro zu erreichen. Und dabei wäre es noch zu keinem Gewinn gekommen. Es ist also unverzichtbar, das maximale Verlustrisiko von vornherein festzulegen, so zu begrenzen und vor allem stets einzuhalten.


Maximales Risiko pro Position

Nachdem das Gesamtrisiko definiert ist, wird es auf die einzelnen Depotposten verteilt. Der Trader muss jetzt also festlegen, wie viel Risiko er maximal pro Aktienposition eingehen möchte. Dazu muss er einen Stopp-Loss setzen. Sobald das erreicht ist, stellt er das Engagement glatt und begrenzt so den Verlust. Wenn der Trader sein maximales Risiko pro Position bestimmt, sollte er dabei immer bedenken, dass das Risiko einer Trading-Position höher ausfallen kann als die Begrenzung durch den Stopp-Loss. Das passiert etwa dann, wenn es über Nacht zu einem unerwarteten Ereignis kommt, das am nächsten Morgen zu einer großen Kurslücke führt. Eine solche Lücke ist unvorhersehbar und kann deutlich außerhalb einer Stopp-Loss-Schwelle liegen.


Zahl der Aktien pro Position

Dann legt der Trader fest, wie viele Aktien er pro Engagement kaufen will. Hier ein Beispiel: Sein Trade Setup bei einem Depot von 20.000 Euro schreibt vor, dass eine Position in einer Aktie bei einem Stand von 200,00 Euro eröffnet und der Stopp-Loss bei 194,00 Euro gesetzt wird. Es ist grundlegend für das Risiko- und Money-Management und damit auch für das Trading, dass ein Stopp-Loss-Niveau festgelegt wird und der Trader sich bedingungslos daran hält.
Für das maximale Risiko pro Engagement hat der Trader ein Prozent des zur Verfügung stehenden Kapitals festgelegt, also 200 Euro. Das Risiko einer einzelnen Aktie beläuft sich auf die Spanne zwischen dem Einstiegskurs und dem Stopp-Loss. Das wären in diesem Fall 200,00 Euro - 194,00 Euro = 6,00 Euro. Nun muss er noch bedenken, dass Transaktionskosten anfallen und die idealen Ein- und Ausstiegskurse nicht unbedingt erreicht werden. Diese Zahl kann je nach Broker und Liquidität des gehandelten Wertpapiers stark variieren. Werden etwa 0,70 Prozent angesetzt, entspricht das bei einem Einstiegskurs von 200,00 Euro nochmal 1,40 Euro. Es ergibt sich somit pro gehandelter Aktie ein Einzelrisiko von 6,00 Euro + 1,40 Euro = 7,40 Euro. Der Trader kann insgesamt aber 200,00 Euro je Position riskieren. Um jetzt die richtige Aktienzahl zum Kauf zu ermitteln, rechnet er: 200,00 Euro / 7,40 Euro = 27 Stück. Das Kapital, das damit bewegt wird, errechnet sich zu 27 x 200,00 Euro Einstiegskurs = 5.400 Euro.


Trefferquote und Chance-/Risiko-Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Trefferquote und Chance-/Risiko-Verhältnis (CRV) ist eine entscheidende Komponente dafür, ob die Position überhaupt eingegangen werden sollte. Die Trefferquote gibt an, wie oft der Trader mit seinem Trading richtig liegt. Eine Trefferquote von etwa 70 Prozent hört sich zwar gut an, könnte aber auch zu Verlusten führen, wenn er mit den sieben Gewinn-Trades weniger gewinnt, als er mit den drei Verlust-Trades verliert. Dabei kommt das CRV ins Spiel. Es ist der Quotient zwischen dem erwarteten Gewinn und dem erwarteten oder riskierten Verlust. Je höher das CRV ist, desto bester, denn desto weniger Treffer benötigt der Trader. Risiko- und Money-Management sind daher für jeden Trader unentbehrlich, da sie das Verlustrisiko begrenzen und das Kapital vermehren können. Dabei ist es besonders wichtig, die eigenen Entscheidungen bezüglich Kapital, Verlust und Positionsgröße sorgfältig zu treffen und insbesondere das gewählte Stopp-Loss-Niveau immer konsequent einzuhalten.

Produktwissen

 

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Glossar
Aktienanleihen sind Finanzinstrumente, die speziell für solche Investoren entwickelt wurden, welche den Ertrag ihrer Investition erhöhen möchten, indem sie zu einem Teil Aktienkursrisiken in ihre Portfolios aufnehmen. Grundsätzlich gibt es 2 Aspekte, die man bei Aktienanleihen beachten sollte: Den Kupon der Aktienanleihe und die Rückzahlungsmöglichkeit in Aktien. Anleger erhalten am Laufzeitende entweder den Nennwert ausbezahlt oder eine im voraus bestimmte Anzahl an Aktien geliefert, abhängig vom dann gültigen Kurs der Aktie. Der Emittent hat das Recht, die Art der Rückzahlung zu bestimmen.